Männer sind Kavaliere

KavalierDies ist ein Artikel aus der Serie ‚Wie Männer ticken‚.

Vor einigen Monaten in einer Salsa-Bar, nahm ich nach einem Tanz auf einem Barhocker Platz, um mich kurz auszurasten. Von der Tanzfläche fixierte mich mit starrem Blick ein Typ mit silbergrauem Haar. Er schubste seine Partnerin von sich und stürmte mit angespannten Nackenmuskeln auf mich zu, packte mich am Arm, zog mich vom Sessel und erklärte mir: »Der ist reserviert.«
»Ach, ich wusste nicht, dass man Barhocker reservieren kann«, erwiderte ich, »…funktioniert das wie in Lignano am Strand, wo die All-Inclusive-Touristen früh morgens ihre Wecker stellen, um sich rechtzeitig ihren auserwählten Liegestuhl mit einem Handtuch zu markieren? Nur wo ist das Handtuch?«, ich zeigte auf den Sessel und amte einen pinkelnden Hund nach.
»Verschwinde, sonst hau ich Dir eine rein«, er hob die geballte Faust.
Ich konnte nicht anders, als laut schallend zu lachen.
Gottseidank hatte ein anderer Mann die Szenerie beobachtet und stellte sich ritterlich zwischen uns, bevor Silberrückens Hand meine Wange treffen konnte.
Szenen, wie die oben beschriebene sind eher die Ausnahme. Die meisten Männer sind mit einem ausgeprägten Gentleman-Instinkt gesegnet. Instinktiv halten sie Damen die Tür auf, helfen ihnen in den Mantel, bieten ihnen ihren Barhocker an.
Nur wir Frauen machen einen Fehler: Vor lauter Emanzipation haben wir befunden, dass wir uns selbst anziehen können. Wir grätschen die Männer von den Türen weg, weil wir stark genug sind, diese selbst zu öffnen. Und wenn ein Mann uns den Barhocker anbietet, erklären wir ihm, dass wir lieber stehen, und wenden uns mit pikiertem Gesichtsausdruck ab.
Die Emanzipation hatte ihre guten Seiten, aber wir müssen Männer wieder Kavaliere sein lassen, denn wo bleibt sonst das Salz in der Suppe.
Vor Kurzem war ich mit einer Freundin in einem Baumarkt. Wir schoben unseren schweren Einkaufswagen zur Kassa und bezahlten. Ein Mann ging an uns vorbei. Beim Hinausgehen wandte er sich um und fragte: »Soll ich euch beim Tragen helfen?« Meine Freundin meinte: »Nein danke, das schaffen wir schon.«
Ich knuffte sie in die Seite und meinte: »Bitte, das wäre echt toll!«
Während der Gentleman uns dabei half, die schweren Tontöpfe ins Auto zu manövrieren, bedankten wir uns überschwänglich. Mit breitem Grinsen verabschiedete er sich anschließend. Man sah ihm an, dass er sich über seine Heldentat freute. Und wir freuten uns über das Salz in der Suppe, das das Leben lebenswert macht: Kontakt. Prickeln. Feuer.
Männer sind von Haus aus Kavaliere. Wir Frauen müssen wieder lernen, sie Kavaliere sein zu lassen und ihnen zu verstehen geben, wie sehr wir das Gentleman-Gebaren an ihnen lieben.

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